Hitzeschlacht in Italien

von / Sonntag, 28 Mai 2017 / Veröffentlicht inAllgemein, News

Rennen 1

Als es zum Start des ersten Rennens ging, war es noch heißer geworden, an manchen Stellen war der Asphalt mittlerweile auf rund 60 Grad aufgeheizt und damit eine echte Herausforderung für die Rennreifen der Trucks. Polesetter Lacko gab beim fliegenden Start das Tempo vor, doch Kiss blieb exakt an seiner Seite. Tatsächlich sah es in den S-Kurven nach dem Start auch schon so aus, als könne der Ungar dem Buggyra-Piloten die Führung abjagen. Doch als es in die anschließende kurze Gerade ging, hatte Lacko immer noch leicht die Nase vorn und scherte dann auch als Erster in die anschließende zweimal 90-Grad-Kehre ein. Bis zum Schluss klemmte der tankpool24-Pilot dem Tschechen permanent an der Stossstange, doch den Sieg konnte Kiss dem Buggyra-Piloten dann doch nicht mehr streitig machen. Zu der Verfolgergruppe mit Hahn, Halm und Albacete hatte das Führungsduo relativ schnell einen leichten Abstand gewonnen, tatsächlich hatte man schon den Eindruck, Hahns Iveco würde immer mal wieder etwas zu schwächeln, als mangele es dem Truck gelegentlich etwas an ausreichendem Vortrieb. Nach etwa zwei Dritteln des Rennens musste sich Hahn denn auch seinen beiden Verfolgern beugen. So holte sich Steffi Halm den dritten Podiumsplatz vor Albacete und Hahn. Um den sechsten Rang gab es rundenlang einen ein enges Duell zwischen Lenz und Körber. Am Ende hatte der junge MAN-Pilot knapp die Nase. Nicht weniger eng ging es beim Kampf um den achten Platz zu – der Poleposition für das Folgerennen. Bis kurz vor Schluss sah es ganz so aus, als würde der zweite tankpool24-Pilot André Kursim sich diese Pole sichern können. Doch sein Mercedes schien etwas Probleme mit der Top-Speed-Regelung zu haben, und so zog denn José Rodrigues doch noch an ihm vorbei und holte sich so die begehrte Pole. Der 10. Platz und damit der letzte FIA-Punkt ging an Robineau. Der Franzose holte sich damit auch den dritten Platz im Promoters Cup hinter J. Rodrigues und Kursim. Die Teamwertung ging an Buggyra Racing 1969 (Draganovic / Lacko) vor Reinert Adventure (Halm / Lenz) und tankpool24 (Kiss / Kursim).

Rennen 2

Das Wetter war weiterhin traumhaft sommerlich, als das letzte Tagesrennen gestartet wurde. Die Pole hatte José Rodrigues, relativ klar gewann er auch das Startduell gegen Körber. Doch bevor die erste Runde vorüber war, hatte der Portugiese die Führung auch schon wieder verloren und war bis auf die 4. Position zurückgefallen. Nun führte Körber das Feld an, allerdings musste der Iveco-Pilot schon bald seinem mächtig drängendem „Die Bullen von Iveco Magirus“-Teamkollegen Hahn den Vortritt lassen. Von den Vortriebsproblemen des Titelverteidigers im Rennen zuvor war nichts mehr zu erkennen, ganz im Gegenteil. Hahn enfernte sich immer weiter von seinen Verfolgern und fuhr einem klaren Sieg entgegen. Körber bekam es nun mit Steffi Halm zu tun, und der wiederum saß eine Verfolgermeute mit Lenz, Kiss, Lacko und Albacete im Nacken. Die MAN-Pilotin zog schließlich an Körber vorbei und fuhr anschließend genauso unbehelligt dem Podium entgegen wie vor ihr Titelverteidiger Hahn. Dahinter ging es dann aber schon etwas heftiger zur Sache. Zunächst gerieten Lenz und Kiss kräftig aneinander, infolgedessen der junge MAN-Pilot kurzfristig bis auf achten oder gar neunten Platz zurückfiel. Kurz danach hatten auch Körber und Lacko noch einmal eine unangenehme Begegnung, wobei der Iveco-Pilot das schlechtere Ende für sich hatte. So ergab sich bereits Mitte des Rennens folgende Reihenfolge mit Hahn, Halm und Kiss auf den Podiumsplätzen gefolgt von Lacko, Albacete, Körber und Lenz, und die hatte auch so Bestand bis zum Zieleinlauf. Um den achten Platz lieferten sich einmal mehr Kursim und J.Rodrigues ein spannendes Duell, und einmal mehr hatte am Ende der Portugiese wieder knapp die Nase vorn. Der zehnte Rang ging erneut an Robineau, und genau das waren in der Reihenfolge wie schon im Rennen zuvor die Gewinner des Promoters-Cup. Die Teamwertung ging an „Die Bullen von Iveco Magirus“ (Hahn / Körber) vor Reinert Adventure (Halm / Lenz) und tankpool24 (Kiss / Kursim). Die Siegerehrungen waren allerdings noch nicht der letzte Akt des Tages. Nach intenseiven Beratungen der Rennkommission bekam Kiss schließlich wegen der Aktion mit Lenz eine 30-Sekundenstrafe verpasst, wodurch der Ungar hinter seinem Teamkollegen Kursim auf den 9. Platz zurückfiel, alle anderen rückten demgemäß um eine Position nach vorn. Den Pokal für den 3. Podiumsplatz ging so an Buggyra-Pilot Lacko. In der Championatswertung liegt weiterhin Hahn mit 69 Punkten in Führung vor Lacko (62), Halm (61), Albacete (41), Körber und Lenz (je 36) sowie Kiss (33).

Rennen 3

Die Sonne brannte weiter vom wolkenlosen Himmel, der Asphalt war fast 60 Grad heiß. Ganz so heiß ging es auf der Piste dann allerdings nicht zu, die Rollen waren letztendlich recht frühzeitig verteilt. Polesetter Lacko gewann das Startduell gegen Hahn. Als es aus dem S-Kurven-Geschlängel auf die kurze Gerade ging lag auch Kiss schon fast neben Hahns Iveco, auf der günstigeren rechten Seite. Die anschließenden zweimal 90-Grad-Rechtskurven steuerte der Ungar also innen an, und schon war er am Iveco vorbei. Lacko konnte so gleich etwas Abstand zwischen sich und die Verfolger legen und fuhr anschließend ziemlich ungefährdet seinem zweiten Sieg an diesem Wochenende entgegen. Auch Kiss setzte sich etwas von dem Trio mit Hahn, Albacete und Halm ab. Wenig später wurde der Titelverteidiger in einer lang gezogenen Rechtskurve etwas weit rausgetragen, und schon schossen Albacete und Halm am Iveco vorbei. Aber es kam noch dicker für den Deutschen. Wegen Smoke musste er in die Pitlane einbiegen, am Steuergerät wurde kurz ein Reset durchgeführt und schon ging’s wieder auf die Piste – allerdings war der Champion nun raus aus den Punkten. An der Spitze war alles geklärt, die beiden ersten Podiumsplätze waren eh vergeben, und auch Albacete hielt Steffi Halm sicher in Schach, so musste sich die Amazone am Ende mit dem vierten Platz zufrieden geben. Um den 5. Rang wurde aber bis zum Schluss hart gerungen. Eigentlich sah es immer so aus, als habe Lenz hier die besseren Karten für sich, doch kurz vor dem Ende des Rennens spielte Körber all seine Erfahrung aus dreißig Jahren Truckracing aus und schnappte sich noch den MAN seines jungen Landsmannes. Allerdings hatte der Iveco-Pilot die Rechnung ohne die Rennkommission gemacht. Wegen Overspeed bekam Körber 10 Sekunden aufgebrummt und fiel so wieder hinter Lenz auf den 6. Platz zurück. Ziemlich unbedrängt von jeglichem Gerangel passierte Robineau an 7. Position die Ziellinie. Hahn hatte sich derweil nach seinem „Boxenstopp“ wieder auf den 8. Platz vorgekämpft, und sich damit auch die Pole für das letzte Rennen gesichert. Die letzten beiden Punkteränge gingen an den slowenischen Buggyra-Piloten Enes Draganovic und an Eduardo Rodrigues. Diese beiden belegten hinter Robineau auch die Podiumsplätze im Promoters-Cup. Die Teamwertung ging an Buggyra (Draganovic / Lacko) vor Reinert Adventure (Halm / Lenz) und tankpool24 (Kiss / Kursim).

Rennen 4

Die äußeren Bedingungen reizten weiter eher zum Besuch des Adriastrands als sich in das heiße Cockpit eines RaceTrucks zu zwängen. Dennoch hätte der vierfache Champion Hahn vor insgesamt rund 40.000 Zuschauern gern in seinem Iveco gesessen, auf der Poleposition, doch der Platz blieb leer. Es gab technische Probleme, die bis zum Start nicht mehr behoben werden konnten. Stattdessen sprach nun alles für seinen „Die Bullen von Iveco Magirus“-Teamkollegen Körber, der beim fliegenden Start direkt in die von Hahn hinterlassene Lücke würde springen können, auf der besseren rechten Seite. Doch Robineau, der ja den zweiten Startplatz in der ersten Startreihe innehatte, übernahm zunächst die Führung vor Körber und Lenz. Tatsächlich waren dem jungen Deutschen gerade in dieser Konstellationen wirklich gute Podiumschancen eingeräumt worden – doch diese gingen jedoch nach nicht mal einer halben Runde im Staub unter. Durch einen Schlag aufs Heck war der Lenz-MAN gedreht worden und stand gegen die Fahrtrichtung auf der Piste. Man durfte wirklich froh sein, dass letztendlich alles glimpflich abgelaufen war. Nachdem das komplette Feld vorbeigezogen war, nahm der MAN-Pilot die Verfolgung auf. Oberstes Ziel waren jetzt noch Punkte für die Teamwertung für Reinert Adventure zu sammeln. Doch die Führung Robineaus hielt nicht lange an. Schon in der zweiten Runde übernahm nun Körber die Führung vor Kiss, Lacko, Halm und Albacete. Nur wenige Runden später war aber auch das nur noch Makulatur. Nach einem Showdown in der 180-Grad-Kehre, ein kurzes Gerangel bei dem Körber nicht nur seine Führung verlor, sondern sich auch noch einen Plattfuß einfing, lag plötzlich Lacko in Front und entfernte sich zusehends von seinen von Halm angeführten Verfolgern. Die MAN-Pilotin hatte Kiss direkt an der Stossstange kleben, ihre Augen waren denn auch mehr nach hinten als nach vorn gerichtet. Körber war noch hinter Albacete auf den 5. Platz zurückgefallen, und musste am Ende gar noch Robineau passieren lassen. Lacko fuhr währenddessen seinem zweiten Tagesssieg entgegen. Halm verteidigte ihren zweiten Platz gegen einen bis zum letzten Meter attackierenden Kiss – mit gerade mal einer halben Sekunde Vorsprung. Knapp dahinter passierte Albacete an 4. Position die Ziellinie, mit Abstand folgte Robineau vor Körber. Dem kam in der Schlussrunde sogar noch der zweite tankpool24-Mercedes mit André Kursim sehr nahe. Dabei war der junge Deutsche zuvor nicht gerade vom Glück verwöhnt worden. Im ersten Tagesrennen war sein linkes Seitenteil nach einer Kollision stark lädiert worden und nur noch an wenigen Punkten fest. In den Kurven flatterte es hin und her, senste dabei auch gelegentlich ein paar Penalty Marker um, was dem Mercedes-Piloten zwei Durchfahrtsstrafen einbrachte, und ganz aus den Punkterängen warf. Und nun sprang schon in der ersten scharfen Rechtskurve die Fahrertür auf. Doch nachdem sich dieses Problem von selbst erledigt hatte, machte sich Kursim sogar daran – mit José Rodrigues im Schlepptau – dem gehandicapten Körber noch den 6. Platz streitig zu machen. Am Ende war man bei tankpool24 aber auch mit dem siebten Rang zufrieden. Neunter wurde nach seiner Verfolgungsjagd schließlich noch Lenz vor seinem portugiesischen MAN-Markenkollegen Eduardo Rodrigues. Der Promoters-Cup ging ein weiteres Mal an Robineau vor Kursim und J. Rodrigues. Die Teamwertung gewann tankpool24 (Kiss / Kursim) vor Buggyra Racing 1969 (Lacko / Draganovic) und Reinert Adventure (Halm / Lenz). Die Führung in der FIA-Wertung hat nun Lacko übernommen mit insgesamt 92 Punkten vor Halm (80), Hahn (72), Albacete (60), Kiss (56), Körber (47) und Lenz (46).

Quelle:www.truckracing.de

OBEN
logo